Internationale Johann-Gottfried-Seume-Gesellschaft "ARETHUSA" e.V.

Do, 13. Oktober 2022

"Falkenflug - eine verlorene Jugend in der DDR"

 
Mi, 28. September 2022

Öffentliche Präsentation

 
Fr, 23. September 2022

Herzliche Einladung
»Niemands Zeitgenosse« - Mandelstam in Liedern und Gedichten

23. September, 19 Uhr im Club „Seepferdchen“ in der Schweizergartenstraße 2 Wurzen

Als Teil der Interkulturellen Woche 2022 veranstaltet der Ringelnatz-Verein einen literarisch-musikalischen Abend der außergewöhnlichen Art. Die Veranstaltung »Niemands Zeitgenosse«, welche im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, ist mit Bezug zu Russland und der Sowjetunion eine besondere Weise, um sich mit geopolitischen Konflikten und deren weitgreifenden Auswirkungen auseinanderzusetzen.

Seit Jahren beschäftigt sich der Komponist Zhenja Oks mit der Lyrik Ossip Mandelstams. Der 1891 in Warschau geborene und aus einer jüdischen Familie stammende Mandelstam gilt heute als einer der größten Lyriker der russischen Sprache. Deshalb entwickelte Oks gemeinsam mit der Musikerin Elisabeth Ruhe ein Konzertprogramm mit ausgewählten Vertonungen. Begleitet von einer Reihe klassischer und zum Teil ungewöhnlicher Instrumente übersetzen sie die unterschiedlichen Inhalte und Stimmungen der Gedichte, ihre Zeugnisse und Gegenzeugnisse in Lieder. Das vielschichtige musikalische Klangportrait wird ergänzt um den literarischen Beitrag des Übersetzers und Vorlesers Max Zschorna, der ausgewählte Prosa Mandelstams präsentiert.

Alle drei Künstler gastieren am 23. September, 19 Uhr im Club „Seepferdchen“ in der Schweizergartenstraße 2 in Wurzen auf Einladung des Wurzener Ringelnatz-Vereins.

Das Schicksal Mandelstams ist auf grausame Weise mit seiner Zeit verknüpft. Er erlebte die Gewaltherrschaft Stalins und brachte seine von Hass erfüllte Abneigung gegenüber dem Faschismus über Gedichte zum Ausdruck. Ein Anti-Stalin-Gedicht führte 1934 zur Verbannung in die russische Provinz. Nach erneuter Verhaftung und anschließender Deportation verstarb er in einem Transitlager für Zwangsarbeiter 1938. Die Zeugnisse dieser Leidensgeschichte blieben durch seine Frau Nadeschda Mandelstam erhalten. Sie konnte untertauchen und bewahrte das Werk, indem sie es auswendig lernte.

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